Ricarda Essrich

Rosetta Stone TOTALe, Teil 2

11. März 2014 | (0) Kommentare

Vor ein paaar Wochen habe ich Euch ja den ersten Teil meiner Rezension zu Rosetta Stone TOTAle zum Schwedisch lernen vorgestellt. Natürlich möchte ich Euch den Rest nicht vorenthalten.

So ging es weiter

Ich habe die erste Lektion beendet und dabei intensiv das Aussprachetraining getestet. Bei einigen Elementen kann man ja über das Mikrofon den Satz einsprechen und bekommt bei passender Aussprache einen Bestätigungston, wenn die Aussprache falsch war, hat man die Möglichkeit, den Satz erneut zu sprechen. Leider ist die Spracherkennung nicht besonders wählerisch. Ich habe mehrfach bewusst falsch ausgesprochen, manchmal sogar eine Silbe weggelassen. Das Programm hat das Gesagte jedoch als richtig erkannt. Wenn ich „han“ durch „dom“ ersetze, erkennt er den Fehler. Tausche ich „han“ durch „hun“ aus, winkt er mich in 3 von 4 Sätzen durch. Das sollte nicht so sein, sehr unschön!

Die Lernmethode überzeugt mich dennoch. Insbesondere für Menschen, die sich nicht an Grammatikregeln festhalten, sonder die Sprache praktisch lernen möchten, sind bei Rosetta Stone gut aufgehoben. Ich habe mich durch spätere Lektionen geklickt und sehe mit Freude, wie unterschiedliche Vokabeln und Grammatikthemen in den verschiedenen Variationen der Sätze aufbereitet werden. So lernt man verschiedene Kleidungsstücke und die passenden Verben dazu, gleichzeitig wird die Satzstellung bei Verneinung geübt. „Vi har på oss hattar“ und „Hon har inte på sig några byxor, hon har på sig en klänning.” So lernt man Grammatik ganz intuitiv (ob das dann auch langfristig funktioniert, müsste in einem Langzeitversuch an einem Anfänger getestet werden. Es scheint mir aber sehr vielversprechend zu sein).

Ganz gezielt kann man die Grammatik auch nochmal in verschiedenen Übungen trainieren. Hier mal ein Screenshot dazu:

Live-Sessions

Neben den Lektionen und den Übungen dazu bietet Rosetta Stone aber noch mehr an. Im Umfang sind außerdem Live-Sessions mit Muttersprachlern enthalten. Bis zu viermal kann man das buchen, man erhält dann Unterricht von diesem Coach zusammen mit maximal 3 anderen Lernern. Auch Einzel-Live-Unterricht kann man buchen. Dafür vereinbart man im Voraus einen Termin. Die Sessions dauern jeweils 25 Minuten und bauen auf den Kenntnissen auf, die man sich vorher im Programm angeeignet hat. Mit dem Coach absolviert man dann Übungsaufgaben oder Konversationen, immer auf Schwedisch.

Wie gesagt, ich selbst habe keine Live-Session ausprobiert, mir aber ein Video davon angeschaut, das sieht ebenfalls vielversprechend aus. Und ich habe über eine Mitarbeiterin von Rosetta Stone Feedback von 2 Schwedisch-Coaches erhalten, weil ich wissen wollte, wer sich dahinter verbirgt. Das hier sind ihre Antworten:

„I'm a native Swedish speaker. I was born in Sweden and l lived most of my life there. There I studied at grundskolan, gymnasiet and högskolan. To finance my higher studies I worked part-time as a bus driver for a while. I have two Masters, one from Sweden and one from the USA. I started my career in the Telecommunications field and traveled to Asia, South and North America and of course Europe. Now in addition to Rosetta Stone I also teach at and oversee a Swedish part-time school for children who are 3-15 years old. In my free time I enjoy traveling, reading, quilting and animals. We have 2 dogs, 2 birds and 7 fish."

„I have taught Swedish in other contexts as well. I have taught adult professionals and kids in a language school setting.  I love languages, and I'm currently studying Spanish. Cooking is another big hobby of mine."

Klingt ganz interessant. Ich denke, diese Live-Sessions sind ein großes Plus.

Apps

Zusätzlich zum Zugang über den Brower kann man die Übungen auch in Apps bearbeiten. Ich habe „Rosetta Course‟ auf dem iPad getestet (das ist das Lernprogramm), das funktioniert prima, auch in Sachen Spracherkennung (also bis auf die oben genannten Probleme, die auch hier vorhanden sind). Daneben gibt es noch die App „TOTALe‟ Studio, mit der ich offenbar die Live-Sessions durchführen kann. Da ich aber keine Sessions durchgeführt habe, kann ich dazu nichts sagen.

Dazu noch ein paar Screenshots aus der App:

     

Und wenn man keine Lust mehr auf Lernen hat, kann man sich über den schwedischen Chat mit anderen Lernenden auf der ganzen Welt austauschen. Schöne Idee!

Mein Fazit:

Ich bin ja bereits auf die Schwächen und Stärken, die mir aufgefallen sind, eingegangen. Insgesamt finde ich das Konzept, die Lernmethode, die hinter Rosetta Stone steckt, sehr überzeugend. Das Programm ist ansprechend aufbereitet, die Bilder frisch und modern, die Sprecher haben eine deutliche, aber nicht überbetonte Aussprache.

Manko ist auf jeden Fall die Aussprachekontrolle über die Spracherkennung. Dass schlicht falsche Wörter als richtig erkannt werden, das ist sehr überarbeitungsbedürftig! Und auch nach Abschluss des Testes bleibt die Einschätzung: Ein wenig Anleitung hier und da, was mit den einzelnen Übungen zu tun ist, wie man am besten durchs Hauptmenü navigiert etc, hätte ich gut gefunden.

Rosetta Stone ist ein gutes Programm für Menschen, die schnell und effektiv lernen möchten, ohne Grammatikregeln auswendig zu lernen, sondern ganz intuitiv. Der Preis für das Programm ist nicht gerade niedrig, aber ich denke, wenn Probleme wie die Spracherkennung behoben sind, lohnt sich die Investition.

Wegen der Spracherkennung und der fehlenden Anleitung allerdings doch nur von 5 möglichen Flaggen.

Eckdaten:

Rosetta Stone TOTALe
1 Nutzer
Preis für 6 Monate: 180 €
Preis für 12 Monate: 275 €

P.S.: Wenn mehr als 1 Mitglied der Familie Schwedisch lernen möchten, lohnt sich schon der Kauf von Rosetta Course (399 €). Man erhält den Kurs auf CD-Rom, ist also unabhängig vom Internet, zudem ist die Lizenz unbefristet, und man kann mit bis zu 5 verschiedenen Nutzern damit lernen.
 

LINK-NAME

Nächster Eintrag: Erfahrungsbericht: Wie Simone Schwedisch lernt

Vorheriger Eintrag: Aktuell: Schwedisch lernen in Schweden



Copyright 2017 Ricarda Essrich. All Rights Reserved